Lieferung im Bio-Tempo

Wir liefern Bio-Produkte mit dem Anspruch höchster Qualität. Im Wort Bio steckt nun aber mal »Leben« oder »lebendig«. Das heißt, die hochwertige, nicht industriell erzeugte Bioware ist meist viel abhängiger von der Natur als es die mit Maschinen produzierte Massenware ist. Durch natürliche Einflüsse wie Wetter oder Schädlingsbefall – es wird ja nicht gespritzt – können Ernten ausfallen. Dann ist die Ware plötzlich vom Hersteller nicht mehr oder nur noch begrenzt lieferbar.

Gerade einer unserer wichtigsten Großhändler (Heuschrecke) kontrolliert Produkte immer strengstens auf Schadstoffe. Dies kann ebenfalls dazu führen, das einzelne Chargen herausgenommen werden müssen und bestimmte Ware plötzlich nicht verfügbar ist.

Ja, für den ganzen Biobereich gilt eigentlich: Je hochwertiger die Produkte, das heißt je näher dran sie an der Natur noch sind, desto unberechenbarer ist genaugenommen die Verfügbarkeit.
Bio bedeutet Leben und Lebendiges entzieht sich maschinellen Automatismen. Industrielle Massenfertigung mit schnellerer Verfügbarkeit und hoher Bioqualität schließen sich fast immer aus.
Das heißt nun wiederum nicht, dass wir die angegebenen Lieferfristen nicht erfüllen.
In den allermeisten Fällen werden wir die Ihnen in der Produktdetailansicht angegebenen Liefertermine sogar erheblich unterschreiten.
Diese Ihnen vielleicht eher lang vorkommenden Fristen sind übrigens einem neuen Gesetz geschuldet: Der EU-Verbraucherrechterichtlinie. Dieses zwingt uns, fixe Angaben zu machen, die wir als kleiner Händler aber nicht anders erfüllen können, als durch eher großzügig bemessene Lieferfristen.
Wir möchten Sie dafür um Verständnis bitten, dass wir nicht im Expresstempo liefern, ja auch nicht liefern möchten. Die Ware wird bei uns nicht von Robotern, sondern von Menschen sorgfältig abgefüllt und manuell verpackt. Lieferung im »Biotempo« mit Rücksicht auf biologische Bedingungen sind uns wichtiger als Expresslieferung in maschineller Hektik. Davon profitieren letztlich alle Beteiligten.
Wenn Sie mögen, lesen Sie gern weiter unsere Kritik der EU-Verbraucherrechterichtlinie.

Rechtsverbindliche Naturzerstörung

Ganz offen kritisieren wir die im Juni 2014 eintretende EU-Verbraucherrechterichtlinie. Unter dem Deckmäntelchen der »Stärkung der Verbraucherrechte« werden Vorschriften erlassen, die beim näheren Hinsehen vor allem transnational agierenden Unternehmen nützen. Wohin das irrsinnige, industriell geprägte Wachstum führt, für das diese Unternehmen stehen, wird immer offensichtlicher: Naturzerstörung, Umweltvergiftung, Artensterben, multiresistente Keime durch Antibiotikamissbrauch sind nur einige Folgen.
Dieses neue Recht ist ein weiterer Beitrag, die Welt in ein automatisiertes Raster zu zwingen und lebensfeindlichere Bedingungen zu schaffen. Und alles letztlich nur zur Befriedigung kapitalistischer Interessen. Man will normieren, was sich nicht normieren lässt, denn Leben bedeutet Vielfalt. Angestrebt wird eine europaweite Normierung, gewissermaßen eine Optimierung zugunsten der Profitinteressen einiger weniger großer Unternehmen.
Früher wurde man beim Einkaufen noch respektvoll als Kunde behandelt, in Zukunft aber nennt man die Kunden nur noch Verbraucher. So stärkt die Verbraucherrechterichtlinie nicht die Kundenrechte, sondern schafft den Rechtsrahmen zum Verbrauchen und setzt die Tendenz fort, Menschen bzw. Kunden zu Verbrauchern – zu Objekten also – zu degradieren.
Wenn man bedenkt, welche einseitige Auswahl und welche minderwertige Qualität heutzutage als typische Massenware auf den Markt geworfen wird (verwiesen sei hier zur Info auf die Arbeit der Organisation foodwatch.org), kleinere Händler aber mit einem anderen Qualitäts-Anspruch zurückgedrängt und im Prinzip behindert werden, so ist dies letztlich vielleicht »verbraucherfreundlich«, keinesfalls aber »menschenfreundlich«.

Zu viel Hektik überall

Wie schon erwähnt, ist unser Liefertempo durch Rückicht auf biologische Qualität gegebenenfalls etwas langsamer. Wir meinen, ohnehin krankt unsere westliche Zivilisation an zu viel Hektik. Es scheint, als orientierten sich die Abläufe in unserer Kultur am Tempo von Maschinen und Automaten. Versuchen die Menschen heutzutage genauso schnell zu sein, wie das sie umgebende maschinelle Räderwerk? Eifern sie der Geschwindigkeit ihrer künstlichen Umstände nach?

Stress und Hektik jedenfalls machen krank und sie sind oft die Folge unnatürlicher Lebensumstände. Das Zurückfinden zur Natur des Lebens dagegen ist sicherlich ein Faktor für Frieden und Gesundheit. Für viele Zivilisationskrankheiten gilt: Der erste Schritt zur Gesundheit ist die Emanzipation von krank machenden Mustern und Umständen.
In den immer künstlicheren Systemen, in denen Menschen heute leben, werden sie auch immer anfälliger für Krankheiten. Es ist wissenschaftlich belegt, dass ein Rückgang der Biodiversität in Lebenräumen, die darin noch verbleibenden Lebewesen anfälliger für virale Erkrankungen werden lässt. Das heißt, wenn Menschen in immere künstlicheren Lebensumfeldern existieren, in denen es immer weniger Arten gibt, wozu auch das Aussterben von Mikroorganismen gehört, dann steigt das Risiko für Krankheiten. Je weiter die Entfernung von der ursprünglichen Natur fortschreitet und je mehr Menschen nur auf Technisches bezogen leben, desto größer ist die Gefahr von Erkrankungen, denn mit unserem Körper sind wir zu 100% Natur.

Wir von NATURA MEDICA wollen kein normiertes Rädchen in einem perfekt funktionierenden Metropolis-Staat sein. Menschen sind keine Marionetten im automatisierten Getriebe des Kapitalismus. Sie sind Individuen, jeder Einzelne ausgestattet mit dem Recht frei zu sein und in dieser Freiheit das Leben zu finden.